Stability

Was ist Stability?

 

Stability ist in erster Linie eine Bewegungsfolge, die uns helfen soll, auf dem Weg der spirituellen Verwirklichung weiterzukommen.

Spirit bedeutet Geist. Wir sind in die Materie eingebetteter Geist.

Wir beabsichtigen, diesen Geist immer deutlicher und immer klarer in den Vordergrund zu bringen, denn wir wissen alle, wir bewegen uns hier nur eine begrenzte Zeit. Ein intelligenter Mensch fragt sich natürlich zu Lebzeiten: Was mache ich mit meinem Geist, der an die Materie gebunden ist, wenn ich doch erkennen kann, dass das kein ewiger Zustand ist?

Wir sollten unser Leben unter anderem eben auch nutzen, uns spirituell zu verwirklichen. Den Spirit herauszukristallisieren, der losgelöst von Materie eigenständig existiert und handelt, denn in die spirituelle Welt können wir unseren Körper nicht mitnehmen.
 
Stability ist eine Methode, die Materie und den in der Materie eingeschlossenen Geist zu nutzen, um genau diesen Weg zu installieren: Das wir die Materie und ihre Gesetze, die Elemente und ihre Gesetze, und den in diese Materie eingeschlossenen Geist und seine Gesetze, dahingehend zur Anwendung bringen, das dieser Geist aus der Materie frei kommt. Das wir ihn losgelöst von der Materie erkennen. Das wir ihn erkennen als einen lebendigen Spirit, der tatsächlich auch handlungsfähig ist.
 

Dynamische Stabilität durch Carlos Castanedas Tensegrity

Der folgende Text ist ein Auszug aus Carlos Castanedas "Leser der Unendlichkeit", Nummer 1, Band 1, 1996. Veröffentlicht von Cleargreen, Incorporated. © Copyright 1996-2004, Laugan Productions, Incorporated. Alle Rechte vorbehalten.

         "Tensegrity ist die modernisierte Version gewisser Übungen, die "magische Bewegungen" genannt werden und von indianischen Schamanen entdeckt wurden, die vor den Zeiten der spanischen Eroberung in Mexiko lebten.

         Wenn Don Juan - der mexikanische Indianer und Zauberer, der Carlos Castaneda, Carol Tiggs, Florinda Donner-Grau und Taisha Abelar in die kognitive Welt jener Schamanen des alten Mexikos einführte - von "Zeiten vor der spanischen Eroberung" sprach, meinte er damit eine Epoche, die zwischen 7000 und 10000 Jahren zurückliegt.

         Don Juan erklärte seinen vier Schülern, daß diese Schamanen oder Zauberer, wie er sie nannte, durch für ihn unfaßbare Praktiken herausgefunden hatten, daß es für uns Menschen möglich ist, Energie unmittelbar so wahrzunehmen, wie sie im Universum fließt. Laut Don Juan behaupteten jene Schamanen mithin, daß ein jeder von uns das System, mit dem wir den Zustrom von Energie in Sinnesdaten umwandeln, für einen Moment ausschalten könne. Der Umwandlungsprozeß von Energie in Sinnesdaten ist typisch für die jeweilige Art von Organismus, die ihn benutzt (und in diesem Sinne sind wir Affen). In unserem Fall erzeugt die Umwandlung des Energiezustroms in Sinnesdaten ein Interpretationssystem, das die fließende Energie des Universums in die uns bekannte Alltagswelt verwandelt.

         Nachdem jene Schamanen der Vorzeit ihre Fähigkeit zur unmittelbaren Wahrnehmung von Energie, die sie Sehen nannten, verifiziert und gefestigt hatten, erklärte Don Juan weiter, fuhren sie fort diese zu verfeinern, indem sie sie auf sich selbst anwandten. Dies bedeutet, daß sie einander, wann immer sie wollten, als Konglomerat von Energiefeldern wahrnahmen. Wenn ein Mensch auf diese Art wahrgenommen wird, erscheint er dem Seher wie eine gewaltige leuchtende Kugel. Die Ausmaße der Kugel entsprechen dabei der Breite der ausgestreckten Arme.

         Wenn ein Mensch als Konglomerat von Energiefeldern wahrgenommen wird, kann man einen Punkt von besonders intensiver Leuchtkraft sehen, der sich auf Höhe der Schulterblätter, eine Armeslänge hinter dem physischen Körper befindet. Die Seher der Vorzeit, die diesen leuchtenden Punkt entdeckten, nannten ihn " Montagepunkt", weil sie zu dem Schluß kamen, daß dies der Ort sei, an dem die Wahrnehmung zusammengesetzt bzw. "montiert" wird. Mit Hilfe ihres Sehens erkannten sie, daß in jenem leuchtenden Punkt, der sich bei allen Menschen an der gleichen Stelle befindet, unzählige Energiefelder in Form von leuchtenden Fäden zusammenlaufen, die das Universum als Ganzes bilden. Erst durch das Zusammenlaufen in diesem Punkt werden sie in Sinnesdaten umgewandelt, die für den Menschen als Organismus nutzbar sind. Diese Nutzung von in Sinnesdaten verwandelter Energie wurde von jenen Schamanen als ein Akt schierer Magie betrachtet: reine Energie, die vom Montagepunkt in eine wahrhaftige, allumfassende Welt transformiert wird, in der menschliche Wesen als Organismen leben und sterben können. Der Akt der Transformation des Zustroms reiner Energie in die wahrnehmbare Welt wurde von jenen Schamanen einem Interpretationssystem zugeschrieben. Ihre erschütternde Folgerung - erschütternd für sie und vielleicht auch für einige von uns, die genü gend Energie haben, aufmerksam zuzuhören - war, daß der Montagepunkt nicht nur der Ort ist, an dem die Wahrnehmung durch die Umwandlung von reiner Energie in Sinnesdaten montiert wird, sondern auch der Ort, an dem die Interpretation der Sinnesdaten stattfindet.

         Ihre nächste erschütternde Beobachtung war, daß sich der Montagepunkt während des Schlafes auf ganz natürliche und unauffällige Weise aus seiner gewohnten Position verschiebt. Sie fanden heraus, daß die mit der Verschiebung einhergehenden Träume umso bizarrer waren, je weiter sich der Montagepunkt von seiner gewohnten Position entfernt hatte. Ausgehend von diesen Beobachtungen, die sie durch ihr Sehen erlangten, gingen jene Schamanen gleich zur pragmatischen Anwendung ihrer Erkenntnisse über: zur willentlichen Verschiebung des Montagepunktes. Und die Ergebnisse ihrer Bemühungen nannten sie die Kunst des Träumens.

         Diese Kunst wurde von jenen Schamanen als die pragmatische Nutzung gewöhnlicher Träume definiert, mit deren Hilfe man einen Eingang in andere Welten schuf. Dieser Eingang wurde durch eine willentliche Verschiebung des Montagepunkts geschaffen, der dann ebenso willentlich an seiner neuen Position gehalten wurde. Die Erkenntnisse, die jene Schamanen aus ihrer Praxis der Kunst des Träumens gewannen, waren eine Mischung aus logischem Denken und dem unmittelbaren Sehen von Energie, wie sie im Universum fließt. Sie erkannten, daß der Montagepunkt in seiner gewohnten Position der Ort ist, an dem eine gewisse, winzige Anzahl der Energiefäden zusammenläuft, die das Universum bilden. Wenn der Montagepunkt nun aber seine Position innerhalb des leuchtenden Eies ändert, läuft eine andere, winzige Anzahl von Energiefeldern in ihm zusammen, die einen neuen Zustrom von Sinnesdaten zur Folge haben: Energiefelder, die sich von den gewohnten unterscheiden, werden in Sinnesdaten umgewandelt, und diese anderen Energiefelder werden als eine andere Welt interpretiert.

         Die Kunst des Träumens wurde für jene Schamanen zur zentralen Praxis, die sie mehr und mehr in ihren Bann schlug. Im Laufe dieser Praxis erfuhren sie unvergleichliche Zustände körperlicher Kraft und des Wohlbefindens, und in ihren Bemühungen, jene Zustände im Wachbewußtsein zu replizieren, fanden sie heraus, daß sie fähig waren, jene zu wiederholen, indem sie bestimmte körperliche Bewegungen nachvollzogen. Ihre Bemühungen gipfelten in der Entdeckung und Entwicklung einer großen Zahl solcher Bewegungen, die sie magische Bewegungen nannten.

         Die magischen Bewegungen wurden für jene Schamanen des alten Mexikos zu ihrem am besten gehüteten Besitz. Sie umgaben sie mit Ritualen und Geheimnistuerei und brachten sie ihren Schülern ausschließlich unter dem Siegel absoluter Verschwiegenheit bei. Und dies war auch die Art, in der Don Juan Matus sie an seine Schüler weitergab. Nachdem diese nun aber das letzte Glied in der Kette seiner Traditionslinie darstellen, sind sie zu dem einmütigen Schluß gelangt, daß jede weitere Geheimnistuerei in Bezug auf die magischen Bewegungen ihrem Interesse zuwiderläuft, Don Juans Welt auch für ihre Mitmenschen zugänglich zu machen. Daher entschlossen sie sich, die magischen Bewegungen aus ihrem obskuren Status zu befreien. Und so erschufen sie Tensegrity - ein Begriff, der aus der Architektur stammt und soviel bedeutet wie "die Eigenschaft von Skelettstrukturen, bei der kontinuierliche Spannungselemente und diskontinuierliche Kompressionselemente so eingesetzt werden, daß jedes Element mit einem Maximum an Effektivität und Ökonomie arbeitet." Ende des Zitats.